Wandel im Geschäftsmodell

Pharmazie
Wandel im Geschäftsmodell Die Pharmaindustrie muss neben der klassischen Medikamentenentwicklung weitere Säulen für
erfolgreiche Geschäftsmodelle aufbauen. In den kommenden Jahren wird die forschungsintensive Branche daher ihr Gesicht weiter wandeln.

Der Umsatz der Pharmaindustrie wird sich laut einer Studie des Beratungsunternehmens PwC bis zum Jahr 2020 auf weltweit rund 1,3 Billionen US-Dollar mehr als verdoppeln. Schrittmacher dieser Entwicklung sind vor allem der demografische Wandel und der Wirtschaftsaufschwung in den Schwellenländern. Um davon zu profitieren, müssten Pharmahersteller sich an grundlegend veränderte Rahmenbedingungen anpassen, so PwC.

So müsse die Arzneimittelforschung sich stärker als bisher an den medizinischen Bedürfnissen orientieren. Neue Präparate, die nur einen geringen Mehrwert gegenüber bereits verfügbaren Medikamenten brächten, hätten künftig kaum noch eine Chance auf dem Markt. Umgekehrt sei es möglich, dass sich staatliche und private Kassen beziehungsweise Geldgeber an der Erforschung innovativer Medikamente beteiligten, wenn deren Einsatz langfristig die Kosten des Gesundheitssystems senken könnte.


Hohe internationale Investitionen in Forschung & Entwicklung

Laut dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) arbeiten in der deutschen Pharmabranche
rund 106.000 Beschäftigte. Der Umsatz mit pharmazeutischen Erzeugnissen erreichte 2011 rund 43 Milliarden Euro. Bei den pharmazeutischen Unternehmen handelt es sich sowohl um mittelständische und eigentümergeführte Firmen als auch um deutsche Niederlassungen multinationaler Konzerne. Gemäß dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) beschäftigen rund 95 Prozent der arzneimittelherstellenden Unternehmen in Deutschland weniger als 500 Mitarbeiter.

International investiert die Branche kräftig in Forschung und Entwicklung. Laut der Managementbe-
ratung Booz stehen im weltweiten Vergleich unter den zehn Unternehmen, die 2012 am meisten in
diesem Bereich ausgegeben haben, vier Pharmafirmen: Novartis, Roche, Pfizer und Merck mit insgesamt 36,6 Milliarden US-Dollar. Auf den Rängen elf bis 20 folgen mit Johnson & Johnson (Rang 12), Sanofi-Aventis (13), Glaxo Smith Kline (16) und Astra Zeneca (20) vier weitere einschlägig bekannte Unternehmen der Branche.


Von der Therapie zum Gesundheitsmanagement

Laut PwC könnten Pharmaunternehmen künftig bei der Prävention eine wichtige Rolle spielen, wenn
sie sich stärker als bisher als Gesundheitsmanager verstehen. Denn auf Dauer, so die Beratungsfirma, bleibe Gesundheit nur bezahlbar, wenn Krankheiten vermieden würden, anstatt sie aufwändig zu therapieren. Derzeit fließen in den OECD-Staaten nur drei Prozent der Gesundheitsausgaben in die Prävention, obwohl es nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation bei einer optimalen Vorsorge fast 80 Prozent weniger Herzinfarkte, Schlaganfälle und Diabeteserkrankungen sowie 40 Prozent weniger Krebserkrankungen gäbe.

PwC weist auch auf weitere Ansatzpunkte für die Pharmaindustrie hin, wonach es zu einem Umden-
ken kommen muss: So werde es zum Beispiel beim Medikamentenvertrieb künftig nicht mehr darauf ankommen, möglichst viele Verpackungseinheiten abzusetzen, sondern ein Therapiepaket von Arzneimitteln und Gesundheitsdienstleistungen anzubieten, das einen höheren Mehrwert für den Patienten habe als die Medikamente alleine. Die Vergütung werde sich dann daran orientieren, ob und inwieweit sich der Gesundheitszustand des Patienten verbessert habe.



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