Naturwissenschaftliches und technisches Knowhow gefragt

Fachliche Qualifikationen
Naturwissenschaftliches und technisches Knowhow gefragt Ob als Pharmareferent, Klinischer Monitor, Medizinprodukteberater o.a. - an Fach- und Führungskräfte im Healthcare - im Außendienst werden hohe Anforderungen gestellt. Schließlich tragen sie eine große Verantwortung und müssen der rasanten Entwicklung in der Pharma- oder Medizintechnikbranche gerecht werden.

In Deutschland bezeichnet der Titel Geprüfter Pharmareferent den Abschluss eines Fortbildungsgangs, der zur Tätigkeit als Pharmaberater befähigt. Ein Pharmareferent ist das Bindeglied zwischen Patienten, Ärzten und Pharmaunternehmen. Er muss die Ärzte in Bezug auf neue Pharmaprodukte beraten und Daten über Nebenwirkungen, Verträglichkeiten etc. erheben. Um eine kompetente Beratung zu gewährleisten ist ein intensives medizinisches und pharmazeutisches Fachwissen erforderlich. Ab dem 01.01.2010 berechtigen bundesweit neue Zugangsvoraussetzungen zur Prüfung zum Pharmareferenten:

  • abgeschlossene Ausbildung/Studium im Bereich Medizin, Naturwissenschaften oder kaufmännischer Abschluss mit wesentlichen Bezügen zu den Inhalten der Fortbildung zum Geprüften Pharmareferenten und eine 2-jährige Berufspraxis oder
  • eine mindestens 5-jährige Berufspraxis mit wesentlichen Bezügen zu den Inhalten des Fortbildungslehrgangs, die auch im Handel oder Vertrieb erworben wurde oder
  • Nachweis über anderweitig erworbene Fertigkeiten , Fähigkeiten oder Kenntnisse durch Vorlage von Zeugnissen, die eine Zulassung rechtfertigen.

Die Fortbildung zum Pharmareferenten erfolgt in Pharmaunternehmen oder in privaten Pharmaschulen immer in Zusammenarbeit mit der örtlichen IHK. Insgesamt muss die Fortbildung, die bundeseinheitlich in der PharmaRefPrV geregelt ist, 1000 Unterrichtsstunden umfassen, die sich

wie folgt aufteilen:

  • Naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagen (250 Unterrichtsstunden)
  • Pharmakologie, Pharmakotherapie und Krankheitsbilder (420 Unterrichtsstunden)
  • Arzneimittelrecht, Gesundheitsmanagement und -ökonomie (180 Unterrichtsstunden)
  • Kommunikation, Pharmamarkt, Pharmamarketing (150 Unterrichtsstunden)

Nach dem Abschluss sind die Absolventen befähigt, biologische, biochemische und molekularbiologische Zusammenhänge zu beschreiben, Krankheitsverläufe mit Pharmakotherapien zu verknüpfen, Wirkungen von Arzneimittel und Anwendungsempfehlungen zu erläutern, Beratungsgespräche zu führen und Marketinginstrumente einzusetzen.

In Abgrenzung dazu informiert der Medizinprodukteberater Angehörige der Heilberufe, des Heilgewerbes und von Gesundheitseinrichtungen über Medizinprodukte und leitet diese in der Handhabung an. Diese Fachkreise sind in der Regel Mitarbeiter in Praxen und Kliniken, Augenärzte, Augenoptiker, Hilfsmittelberater, technische Berater aber auch Sonderpädagogen in Förderschulen.

Diese Tätigkeit darf nur derjenige ausüben, der die für die jeweiligen Medizinprodukte erforderliche Sachkenntnis besitzt.

Das Aufgabengebiet sowie die erforderliche Qualifikation sind in § 31 des Medizinproduktegesetzes (MPG) geregelt. Danach müssen vorliegen:

  • eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung und/oder Studium im medizinischen, naturwissenschaftlichen oder technischen Bereich sowie eine Schulung auf die jeweiligen Medizinprodukte oder
  • eine mindestens einjährige Tätigkeit, die in begründeten Fällen auch kürzer sein kann sowie Erfahrungen in der Information über die jeweiligen Medizinprodukte und soweit erforderlich, in der Einweisung in deren Handhabung.

Um in der Wirtschaft tätig zu sein, ist ein Grundkurs zum Medizinprodukteberater notwendig, die z.B. der TÜV als Eintagesprogramme anbietet.

§ 31 Medizinproduktegesetz (MPG) schreibt vor, dass derjenige, der berufsmäßig Fachkreise fachlich über Medizinprodukte informiert oder in die sachgerechte Handhabung einweist, den zuständigen Behörden auf Verlangen seine Sachkenntnis nachzuweisen hat. Eine gesonderte Prüfung zum Medizinprodukteberater ist gesetzlich nicht festgeschrieben. Die sachkundige Beratung muss durch regelmäßige Fortbildungen garantiert werden, um den neuesten Erkenntnisstand zu berücksichtigen.

Ein Clinical Research Associate - oft auch Klinischer Monitor genannt - ist in der klinische Forschung tätig. Als Mitglied in einem meist internationalem Team ist er für die Organisation und Durchführung klinischer Studien verantwortlich. Da die Indikationen der Prüfpräparate von Studie zu Studie wechseln, wird vom CRA ein umfangreiches medizinisches Wissen erwartet, um für den Prüfarzt der richtige Ansprechpartner zu sein. Die Hauptaufgaben des CRA´s sind neben der Rekrutierung von Prüfzentren, das Training der Prüfärzte und deren Versorgung mit Studienmaterialien, die Validierung der erhobenen Studiendaten und die Sicherstellung der Einhaltung geltender Richtlinien und Gesetze. Weiterhin ist der Klinische Monitor bei allen auftretenden Problemen der wichtigste Ansprechpartner für den Prüfarzt. 50-70% der Arbeitszeit sind Reisezeit bzw. Arbeit am Studienzentrum. Die Inhouse - Tätigkeit besteht im Wesentlichen aus dem Vor- und Nachbereiten der Monitoringbesuche und aus dem Schreiben von Berichten.

Noch gibt es in Deutschland keine entsprechende Berufsausbildung. Gesucht werden Quereinsteiger mit einem Universitätsabschluss in Biologie, Tiermedizin, Medizin, Pharmazie, Ernährungswissenschaften sowie erfahrenen Krankenschwestern und -pfleger. Englisch in Wort und Schrift sowie gute PC-Kenntnisse sind daneben die wichtigsten fachlichen Voraussetzungen.

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