Nycomed: Ein neues Medikament soll das Wachstum stärken

Auf Daxas ruht die Hoffnung des Pharmakonzern Nycomed. Von der Tablette, die Linderung bei einer sogenannten Raucherlunge bringen soll, verspricht sich das Unternehmen großen Marktpotenzial.
Sie ist dreieckig, gelb und auf ihr ruht die Hoffnung des Pharmakonzerns Nycomed. Daxas heißt die kleine Tablette, die Linderung für Patienten mit einer sogenannten Raucherlunge bringen soll und von der sich das Unternehmen großes Marktpotenzial verspricht.
Gestern wurde das neue Medikament am Produktionsstandort in Oranienburg in den Markt eingeführt. ?Deutschland ist das erste Land, in dem wir Daxas auf den Markt bringen", sagt Stefan Brinkmann, Deutschland-Chef von Nycomed. Bis zum nächsten Jahr soll das Medikament dann in über 35 anderen Staaten von Ärzten verschrieben werden.
?Daxas ist eine Erfolgsgeschichte für den Pharmastandort Deutschland", sagte Brinkmann. Schließlich sei das Produkt am Forschungsstandort Konstanz entwickelt worden und werde nun in Oranienburg für den weltweiten Markt produziert. ?Das Medikament ist eine echte Innovation", betonte Brinkmann die Bedeutung des Produkts. Man habe mit Roflumilast einen neuen Wirkstoff entwickelt, den es so noch nicht gab. Mit Daxas sollen Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) behandelt werden. Umgangssprachlich wird auch von einer Raucherlunge gesprochen. Bei der Krankheit verkleinert sich das Lungenvolumen der Betroffenen immer weiter, was zur Atemnot führt. Bei einer Therapie mit dem neuen Medikament werde der Entzündungsprozess gehemmt und dadurch das Lungenvolumen wieder vergrößert, sagte Stefan Brinkmann. Damit könne das Fortschreiten der lebensgefährlichen Krankheit verlangsamt werden. Bisher sei dies nicht möglich gewesen.

Welche Bedeutung Daxas für den Pharmakonzern mit Hauptsitz in Zürich in der Schweiz hat, machten die Umsatzprognosen klar, die Brinkmann erneut bekräftigte. ?Weltweit hat das Medikament das Potential, ein Blockbuster zu werden." Blockbuster sind Medikamente, die jährlich einen Umsatz von einer Milliarde Euro und mehr bringen. Brinkmann schätzt die Prognose als realistisch ein. Deutschland sei dabei der wichtigste Markt in Europa. ?Wir erwarten hier mittelfristig einen Umsatz im dreistelligen Millionen-Bereich", erklärte der Deutschland-Chef. Wann diese Zahlen aber erreicht werden, hinge von der Erschließung der Märkte ab, also wie schnell sich das Medikament auch bei den Ärzten durchsetzt.
Von der Entwicklung bis zur Marktreife hat das Medikament einen langen Weg hinter sich. Bereits im September 1993 gelang es in Konstanz den Wirkstoff Roflumilast herzustellen. Die Zulassung für den europäischen Markt war lange nicht sicher. Im Juli diesen Jahres gab die EU-Behörde EMEA dann grünes Licht. ?Hartnäckigkeit zahlt sich aus", beurteilte der Nycomed Deutschland-Chef den langwierigen Prozess. Für das Jahr 2011 rechnet er mit der Zulassung auch für den US-amerikanischen Markt. Bisher habe man in der Therapie der COPD die Symptome behandelt. Nun sei es möglich die Ursachen zu bekämpfen.
Nycomed hofft nun, dass sich der lange Atem schnell bezahlt macht. Denn das Auslaufen des Patentes für das erfolgreiche Magenmittel Pantoprazol machte sich in den neuesten Umsatzzahlen für das erste Halbjahr 2010 bemerkbar. Dies konnte durch eine positive Entwicklung bei neuen Produkten sowie in den Schwellenländern aufgefangen werden.
Für eine Milliarde Daxas-Tabletten reiche die Kapazität in diesem Jahr am Produktionsstandort in Oranienburg, sagt Werksleiter Hans-Christian Meyer. Das seien rund 15 Prozent der gesamten Tabletten-Produktion an diesem Standort. Nahe Berlin hat Nycomed hier sein Kompetenzzentrum für feste Formen, also Tabletten, aufgebaut.
Quelle: Südkurier

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