Bayer frohlockt über Biotech-Pipeline

Der Bayer-Konzern erhofft sich in nächster Zeit erhebliche Umsatzzuwächse mit Biopharmazeutika.
"Wir haben im Jahr 2011 große Fortschritte mit unserer Pharma-Pipeline erzielt und heben deshalb unsere Umsatzerwartungen für einige Produkte an", sagte Vorstandsvorsitzender Marijn Dekkers. "Insgesamt sehen wir jetzt vier Medikamente in der fortgeschrittenen Entwicklung, die das Potenzial zum Blockbuster haben." Stärkstes Zugpferd ist das Thrombosemittel Xarelto (Rivaroxaban). Der orale Gerinnungshemmer Xarelto hat vor kurzem die Zulassung der Europäischen Kommission in zwei wichtigen Indikationen erhalten: zur Prävention von Schlaganfällen und systemischen Embolien sowie zur Behandlung tiefer Venenthrombosen. Bayer erwartet von dem Mittel einen Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro pro Jahr.
Ein weiterer Grund zur Vorfreude in Leverkusen ist VEGF Trap-Eye. Die Substanz wird zur Behandlung verschiedener Augenerkrankungen untersucht, darunter die feuchte altersbedingte Makula-Degeneration (AMD). In dieser Indikation ist das Mittel in den USA auch schon zugelassen, allerdings hält dort Partner Regeneron die Rechte. In den anderen Märkten weltweit - darunter Europa und Japan - darf Bayer abkassieren. Laut Unternehmen ist die Markteinführung in der Indikation feuchte AMD für 2012 geplant.
Regorafenib macht das Biotech-Trio in der Pipeline komplett. Der orale Multi-Kinase-Inhibitor befindet sich derzeit in der klinischen Phase III zur Behandlung von metastasierten kolorektalen Karzinomen (mCRC) und gastrointestinalen Stroma-Tumoren (GIST). Eine Phase III-Studie untersuchte Regorafenib bei der Behandlung von Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom, deren Erkrankung unter Behandlung mit Standardmedikamenten weiter fortgeschritten war. Diese Studie wurde vorzeitig beendet, da der primäre Endpunkt - die statistisch signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens - bereits erreicht war. Bayer plant die Einreichung der Zulassungsunterlagen in der Indikation "mCRC" ebenfalls für 2012.
Insgesamt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit rund 40 Pharma-Projekte in der klinischen Entwicklung. Für das kommende Jahr plant Bayer wieder ein Forschungs- und Entwicklungsbudget von drei Milliarden Euro - davon entfallen zwei Drittel auf HealthCare. "In der Forschung braucht man einen langen Atem - das gilt besonders für das Pharma-Geschäft. Nach den Bemühungen der vergangenen Jahre beginnt unsere Pipeline jetzt, Früchte zu tragen", sagte Dekkers.
Quelle: |transkript

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